5.000 Abos später: Zeit für den Rückblick.

5.000 Abos später: Zeit für den Rückblick.

100 Tage OAZ – Leserzuspruch, starke Abozahlen und wachsendes Interesse aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft zeigen, dass ostdeutsche Perspektiven im gesamtdeutschen Diskurs gebraucht werden.

Nach über 5.000 verkauften Abos lohnt es sich, zurückzublicken.
Bald sind es 100 Tage OAZ. 100 sehr anstrengende Tage. Aber deutlich mehr Erfolge als Misserfolge, die es zu verzeichnen gab. Jeder Tag und jede Nacht waren es wert – insbesondere, wenn ich mir das Feedback unserer Leser anschaue.

Normalerweise melden sich Leser eher schlecht gelaunt mit einem Leserbrief. Bei uns läuft das anders. Wann immer ich etwas Aufmunterung brauche, lese ich Leserbriefe. Mehrere hundert Briefe kommen jede Woche, und ich würde sagen, dass acht von zehn positiv sind. Irgendwie haben wir den Nerv einer großen Bevölkerungsgruppe getroffen – viele Menschen, deren Perspektiven von anderen Medien bisher delegitimiert wurden oder einfach keine Reichweite gefunden haben.

Silke sagte mal zu mir: „Dirk, deine Freunde auf LinkedIn wollen recht haben und viele unserer Leser überhaupt mal gehört werden.“

Da ist viel dran. Und auch wenn wir bei Weitem noch nicht dort sind, wo wir hinwollen: Das Wohlwollen unserer Leser verzeiht den einen oder anderen Fehler und gibt uns die Kraft, weiter auf der Überholspur unterwegs zu sein.

Apropos Überholspur. Wir hatten mal gesagt, dass wir 5.000 Abos pro Bundesland benötigen, damit sich die OAZ rechnet. Wenn wir das geschafft haben, gehen wir ins nächste Bundesland, um dort mit einer nächsten Regionalredaktion aufzuschlagen.

Ehrlich gesagt hatten wir uns dieses Ziel nach zehn Monaten vorgenommen. Geschafft hatten wir es nach zehn Tagen.

Klar, nach einiger Zeit liefen die ersten Schnupper-Abos aus. Aber weniger als zehn Prozent der Leser haben ihr Abo beendet, während das organische Wachstum sich weiter entwicklete. Darauf sind wir stolz und danken allen Lesern, allen Partnern und den Mitarbeitern von Herzen. Das ist keine Selbstverständlichkeit.

Auch an anderer Stelle hatten wir den Ansturm anfangs unterschätzt. Seit dem Start der OAZ sind über 800 Bewerbungen auf unsere Stellenanzeigen eingegangen – zusätzlich zu unzähligen Initiativbewerbungen. Das war zeitweise mehr, als wir vernünftig bearbeiten konnten. Mittlerweile haben wir auch das im Griff: Unser HR-Team wurde verstärkt, eine Kollegin kümmert sich explizit um die Bewerbungen für die OAZ.

So können wir mit den ersten Monaten sehr zufrieden sein – ein bemerkenswerter Start auch deshalb, weil wir dafür praktisch kein Marketingbudget eingesetzt haben. Zum Jahreswechsel gab es jeden Tag einen Posts auf unseren eigenen Social-Media-Kanälen – ohne zusätzliches Budget und ohne Verlängerung auf andere Plattformen. Zum Start selbst haben wir eine Woche lang im Dresdner ÖPNV geworben. Das war es im Wesentlichen. Das Interesse an der OAZ war damit vor allem echtes Kundeninteresse und nicht das Ergebnis einer teuren Einführungskampagne.

Kürzlich hat Nadin bei uns angefangen, weil wir uns darum bemühen wollen, dass auch Unternehmen und andere Institutionen die OAZ abonnieren. Darum haben wir uns bisher nicht gekümmert. Ganz im Gegenteil: Wir haben unterstellt, dass sie uns vielleicht nicht in ihrem Pressespiegel nicht aufnehmen wollen – nachdem man sich doch viel Mühe gegeben hat, uns mittels ostdeutschen Sterotype in eine gesellschaftliche Schmuddelecke zu schreiben.

Umso überraschter sind wir, das wir bei vielen offene Türen einrennen.

Herr Merz, der sich um die ostdeutschen Belange besonders bemühende Kanzler hatte zwar bisher keine Zeit, mit der OAZ zu sprechen, aber zumindest hat er sie abonniert – beziehungsweise das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung.

Wir wollen keine weiteren Namen nennen, aber auch die eine oder andere Staatskanzlei der Länder sowie Ministerien zählen zu unseren Abonnenten. Ebenso Handwerkskammern, IHKs und sogar einige Vereine und Bibliotheken.

Warum ich das schreibe? Weil ich nicht damit gerechnet hatte. Ich dachte, dass wir dann doch noch zu jung und zu klein sind, um von großen Verwaltungen anerkannt zu werden. Das hat mich persönlich überrascht. Danke für dieses Vertrauen.

Für Nadin hängt die Latte jetzt höher. Denn wenn 183 Institutionen die OAZ abonniert haben, dann können es auch 1.830 sein.

Oder im Bund die 300 bis 400 Bundesober-, Mittel und Unterbehörden. Die 2000 bis 4000 Verwaltungseinheiten in den 16 Bundesländern. Aber auch in den 294 Landkreisen sowie 107 kreisfreien Städten als auch 10.700 Gemeinden und Städten sind 13.000 bis 16.000 Verwaltungseinheiten tätig. Demnach gilt für Nadin und die OAZ: The Sky ist the limit!