Unabhängige Zeitungen
aus dem Osten

Über Projekt Halle

Die OAZ ist 36 Jahre nach dem Mauerfall als Experiment gestartet.

Am Anfang stand eine These: Im deutschen Medien- und Gesellschaftssystem gibt es ein Defizit. Ostdeutsche Perspektiven, Erfahrungen und Interessen sind vorhanden, werden aber nicht in gleichem Maße sichtbar, gehört und wirksam.

Eine Zeitung allein beweist diese These nicht. Aber seit dem Start der OAZ lässt sie sich überprüfen. An Lesern und Abonnenten, an Themen und Debatten, an Zustimmung und Widerspruch, an Dingen, die funktionieren – und solchen, die wir anders eingeschätzt haben.

Projekt Halle dokumentiert diesen Weg.

Wie entwickelt sich die OAZ? Welche Entscheidungen treffen wir – und warum? Wo lagen wir richtig, wo falsch? Welche Ideen funktionieren, welche nicht? Welche Höhen und Tiefen begleiten den Aufbau? Und was lernen wir daraus?

Dabei betrachten wir nicht nur die OAZ selbst. Ein solches Experiment findet nicht im Labor statt. Es wirkt auf sein Umfeld – und das Umfeld wirkt zurück. Deshalb dokumentieren wir auch, wie andere Medien über die OAZ berichten, welche Reaktionen sie hervorruft, welche Kritik entsteht, welche Debatten sie anstößt und wie sich dadurch wiederum die OAZ verändert.

Vieles davon gehört nicht in die Zeitung. Aber es soll auch nicht in Präsentationen, Protokollen und Erinnerungen verschwinden.

Deshalb gibt es Projekt Halle: als lebendes Archiv eines Medienexperiments. Nicht als nachträglich geglättete Erfolgsgeschichte, sondern möglichst so, wie Entwicklung tatsächlich stattfindet.

Was am Anfang eine Annahme war, soll sich hier mit der Zeit bestätigen, widerlegen oder verändern können.

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