OAZ-INHALTSANALYSE · DATENSTAND 06.10.2026
Transparenz / OAZ-Onlinebestand

4.305 Artikel.
Was die Daten zeigen.

Parteien, Regierung, Ostdeutschland, Russland und Pluralität: Auszählungen und vorläufige Einordnung eines festen OAZ-Bestands. Zahlen und Deutungen geprüft am 08.10.2026.

4.305analysierte Datensätze
34.816Akteurszeilen
13.564extrahierte Positionen
551.768Einzelcodierungen
Befund in Kürze

Kritik, Ostperspektive und unterschiedliche Positionen

Die KI-Codierung findet häufige Regierungs- und Institutionenkritik, eine erkennbare ostdeutsche Perspektive und Mehrstimmigkeit. Eine pauschal positive AfD- oder Russlanddarstellung zeigt sie nicht. Politische Gesamtetiketten oder ein vollständiger Pluralismusnachweis lassen sich daraus noch nicht ableiten.

37 Artikel wurden händisch codiert und als Qualitätsprüfung ausgewertet. Eine zweite, unabhängig durchgeführte Analyse desselben Datensatzes bestätigte die zentralen Ergebnisse der ersten Auswertung. Die aggregierten Ergebnisse sind damit als Arbeitsstand belastbar.

Parteien und AfD

ParteiArtikelAkteurszeilenTon gesamtTon NachrichtenTon KommentareEigene StimmeHinterfragen
CDU/CSU1.0011.962-13,2-4,2-48,845,825,4
SPD7421.177-6,8-1,3-36,243,620,8
Grüne394521-8,5-0,7-44,943,819,4
FDP195240-6,9-1,3-43,339,714,4
Linke468649-3,3-1,3-29,844,314,4
BSW349648-0,1-1,09,056,519,5
AfD8221.411-8,9-6,5-9,240,323,4

Ton: Mittelwert der exportierten A03-Skala je Akteurszeile, −100 bis +100. Eigene Stimme und Hinterfragen: Exportskalen von 0 bis 100; keine Redezeit und keine Prozentanteile. Kommentare ohne Gastbeiträge. Artikel mit mehreren Akteuren derselben Partei zählen in diesen Mittelwerten mehrfach. Die Skalen schließen bestimmte Antwortarten aus und normieren den Rest neu; Details unter Methodik.

Keine der sieben verglichenen Parteien hat im Gesamtmittel einen positiven Tonwert. Im Nachrichtenteil liegen die anderen Parteien zwischen −0,7 und −4,2; die AfD liegt bei −6,5. Bei einer alternativen Gewichtung, die zuerst innerhalb jedes Artikels mittelt, beträgt ihr Nachrichtenwert −6,7.

Unter 1.411 AfD-Akteurszeilen sind 42 positiv, 142 kritisch, 590 neutral/deskriptiv, 614 ohne journalistische Bewertung und 23 ambivalent codiert. Die eigene Stimme liegt mit 40,3 unter BSW, CDU/CSU, Linken, Grünen und SPD; beim Hinterfragen liegt sie mit 23,4 hinter CDU/CSU auf Platz zwei.

Einordnung und Grenze. Diese Merkmale zeigen keinen außergewöhnlich hohen Zugang zur eigenen Stimme und keine pauschal positive Darstellung. In Kommentaren werden etablierte Parteien aber wesentlich kritischer behandelt als AfD und BSW. Machtkritik ist eine mögliche Erklärung; politische Funktion, Thema und Nachrichtenanlass sind noch nicht kontrolliert. Einzelne problematische Texte und andere Formen einer Bevorzugung werden damit nicht ausgeschlossen.

Regierungs- und Institutionenkritik

Regierungskritik
22,8 %
Regierungszustimmung
0,7 %
Institutionenkritik
30,5 %
Institutionenzustimmung
3,8 %

Feste Ja-Codes C01/C02/C05/C06; Nenner jeweils 4.305 Artikel. Kritik und Zustimmung können im selben Artikel vorkommen.

Diese Codes erfassen enthaltene Aussagen, auch von zitierten Dritten. C01 meint Kritik an irgendeiner Regierung, nicht ausschließlich an der Bundesregierung.

GattungRegierungs-AkteurszeilenDavon mit SkalenwertØ journalistischer Ton
Nachrichten / Berichte675675-5,6
Analysen / Einordnungen147146-49,2
Kommentare115115-67,1
Gastbeiträge2929-71,0

Akteursart „Regierung“, A03-Mittel je Akteurszeile. Ein nicht bestimmbarer Skalenwert fehlt in den Analysen und wird beim Mittelwert ausgelassen. Die Gruppe ist nicht gleichbedeutend mit der Bundesregierung.

Einordnung und Grenze. Die Daten stützen deskriptiv eine regierungs- und institutionenkritische Orientierung. Die eigene Tonalität gegenüber Regierungsakteuren ist in Analyse und Meinung wesentlich negativer als in Nachrichten. Ohne Vergleichsmedien ist keine Aussage möglich, wie ungewöhnlich die Kritik ist. Enthaltene Drittpositionen sind keine Redaktionsmeinung.

Russland

Russland ist in 46 Artikeln (1,1 %) zentraler Bezugsraum und in 196 Artikeln (4,6 %) zentraler oder relevanter Nebenbezug. Ein Russlandbezug ist nicht dasselbe wie die gesamte Kriegs- oder Ukraineberichterstattung.

Exakter AkteursnameZeilenPositiv codiertKritisch codiertØ A03-Skala
Russland123330-19,4
Wladimir Putin28210-29,0

Einordnung und Grenze. Eine pauschal positive Darstellung der beiden genannten Akteure ist nicht erkennbar. Weiter gefasste Russlandnähe ist damit nicht widerlegt: Verantwortungszuschreibungen, Rechtfertigungen des Krieges, Sanktionen, NATO, Waffenlieferungen, Gesprächspartner und konkrete Narrative benötigen gesonderte Prüfung. Aliasnamen sind in dieser Tabelle nicht zusammengeführt.

Ostdeutsche Perspektive

671 Artikel / 15,6 %

Ostdeutschland als eigenständige politische, wirtschaftliche, historische oder gesellschaftliche Perspektive (C12).

772 Artikel / 17,9 %

Thematisierte Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland (C13).

Ostdeutschland insgesamt ist in 600 Artikeln zentraler Bezugsraum, das Ost-West-Verhältnis in 586, Westdeutschland insgesamt in 75. Die Kategorien können sich überschneiden und dürfen nicht addiert werden. Ein lokaler Schauplatz in Sachsen ist nicht automatisch eine gesamtostdeutsche Perspektive.

GattungArtikelC12 = JaAnteil
Nachrichten / Berichte2.8811906,6 %
Kommentar + Gastbeitrag37615240,4 %
Interviews1556642,6 %

Einordnung und Grenze. Eine ostdeutsche Perspektive ist ein erkennbares Profilmerkmal. Ihre Dominanz oder Überrepräsentation gegenüber anderen Medien ist nicht nachgewiesen. Ihr Artikelanteil fällt von 25,1 % im Februar auf 14,5 % im September; die Themen- und Gattungsmischung ist noch nicht kontrolliert.

Mehrstimmigkeit und Pluralität

TeilmengeArtikelMindestens zwei PositionenAnteil
Gesamtkorpus4.3051.81342,1 %
Politik als Hauptgegenstand1.9511.43473,5 %
Politik als Haupt- oder Nebengegenstand2.6671.67462,8 %
Nachrichten mit Politik als Haupt- oder Nebengegenstand1.53883454,2 %
Kommentar + Gastbeitrag37631984,8 %

Fester Ja-Code C11: mindestens zwei substanziell unterschiedliche Positionen zu einer Streitfrage. Unterschiedliche Teilmengen erklären unterschiedliche Prozentwerte.

Auf Positionsebene enthalten 5.643 von 13.564 Positionen keine Gegenposition (41,6 %), 4.178 eine ausführliche (30,8 %). Diese Zählung verwendet Positionen als Nenner, nicht Artikel.

Einordnung und Grenze. Mehrstimmigkeit innerhalb von Texten stützt die Pluralismushypothese teilweise. Sie belegt weder gleichgewichtige Behandlung noch vollständige politische Vielfalt über das Gesamtangebot. Fehlende Positionen, eigene Stimmen, Interviewpartner und der Umgang mit Gegenpositionen sind zusätzlich zu untersuchen.

Interviews

Art der extrahierten FrageFragenAnteil
neutral/informationssuchend1.58575,3 %
kritisch/hinterfragend40619,3 %
zustimmend/bestätigend874,1 %
konfrontativ221,0 %
sonstige40,2 %

155 Texte sind als Interview codiert; bei allen wird dem Gesprächspartner weitgehend eigener Raum zugeschrieben. 115 gelten hinsichtlich zentraler Aussagen als „nicht hinterfragt“ (74,2 %).

Einordnung und Grenze. Für 16 Fälle fehlen sowohl Gesprächspartner als auch extrahierte Fragen. Darunter können Berichte über fremde Gespräche sein. Unter den übrigen 139 bleiben 102 als „nicht hinterfragt“ codiert. Lange Interviews zählen in der Fragenstatistik stärker; Kultur, Sport und politische Interviews sind noch nicht getrennt verglichen. Ein gesprächsorientierter Stil ist plausibel, eine politische Gefälligkeit folgt daraus nicht automatisch.

Vorläufige Gesamteinordnung

Regierungs- und Institutionenkritik sowie eine ostdeutsche Perspektive sind die am klarsten erkennbaren deskriptiven Muster. Umfang und Form unterscheiden sich nach Gattung. Mehrstimmigkeit kommt häufig vor. Die Daten tragen weder ein pauschales Etikett „AfD-/russlandnah“ noch dessen definitive Widerlegung.

Die Interpretation als Machtkritik ist mit den Codes vereinbar. Sie ist eine Hypothese, keine kausal nachgewiesene Erklärung. Die politische Groborientierung der Meinungsbeiträge ist zu unsicher, um eine Links- oder Rechtsorientierung oder ein Abbilden „politischer Wirklichkeit“ nachzuweisen.

Textgattungen und politische Relevanz

GattungArtikelAnteil
Nachricht/Bericht2.88166,9 %
Reportage/Feature60314,0 %
Kommentar/Meinungsbeitrag2796,5 %
Analyse/Einordnung2606,0 %
Interview1553,6 %
Gastbeitrag972,3 %
Sonstiges290,7 %
Nicht bestimmbar10,0 %
Politik als GegenstandArtikelAnteil
Hauptgegenstand1.95145,3 %
Nebengegenstand71616,6 %
Nein1.63838,0 %
Nicht bestimmbar00,0 %

Themen als Relevanzprofil

Jedes der 28 Sachgebiete wurde unabhängig codiert. 1.425 Artikel (33,1 %) haben mehr als zwei Hauptthemen, obwohl das Codebook höchstens zwei vorsieht. Die Zahlen werden deshalb als Mehrfachzuordnungen gezeigt, nicht als exklusive Hauptthemenverteilung. Sie ergänzen sich nicht zu 100 %.

SachgebietAls Hauptthema codiertAls Nebenthema codiertZusammen / Artikelanteil
Staat / Verwaltung / öffentliche Institutionen1.6511.5393.190 / 74,1 %
Wirtschaft / Unternehmen / Wettbewerb6761.0261.702 / 39,5 %
Innenpolitik / Parteien / Wahlen8467351.581 / 36,7 %
Recht / Justiz / Verfassung4678761.343 / 31,2 %
Kultur / Religion / Identität6676271.294 / 30,1 %
Gesellschaft / gesellschaftspolitische Konflikte4708231.293 / 30,0 %
Infrastruktur / Verkehr / Bauen / Wohnen6636251.288 / 29,9 %
Arbeit / Arbeitsmarkt192677869 / 20,2 %
Geschichte / Erinnerungspolitik206647853 / 19,8 %
Medien / Journalismus / Öffentlichkeit192638830 / 19,3 %
Polizei / innere Sicherheit / Kriminalität396422818 / 19,0 %
Steuern / Haushalt / Staatsfinanzen138619757 / 17,6 %
Bildung / Schule / Wissenschaft245466711 / 16,5 %
Klima / Umwelt / Naturschutz268431699 / 16,2 %
Meinungsfreiheit / demokratischer Diskurs195504699 / 16,2 %
Sport48469553 / 12,8 %
Außenpolitik / Diplomatie / internationale Beziehungen149402551 / 12,8 %
Krieg / Frieden / internationale Konflikte167370537 / 12,5 %
Digitalisierung / Technologie / KI185346531 / 12,3 %
Gesundheit / Pflege157325482 / 11,2 %
Energie / Energiepolitik190282472 / 11,0 %
Soziales / Rente / Verteilung103365468 / 10,9 %
Verteidigung / Militär138295433 / 10,1 %
Demografie42318360 / 8,4 %
Europa / EU-Politik35280315 / 7,3 %
Migration / Asyl / Integration63248311 / 7,2 %
Landwirtschaft / Ernährung120143263 / 6,1 %
Sonstiges42428 / 0,7 %

Geografische und politische Bezugsräume

Unabhängig vom Sachgebiet codiert; mehrere Bezugsräume pro Artikel sind möglich. „Ostdeutschland insgesamt“ ist nicht die Summe aller lokalen Artikel aus ostdeutschen Bundesländern.

BezugsraumZentralRelevanter NebenbezugZusammen / Artikelanteil
Deutschland gesamt1.1667721.938 / 45,0 %
Ostdeutschland insgesamt6005741.174 / 27,3 %
Ost-West-Verhältnis586341927 / 21,5 %
sonstiger internationaler Bezug74557631 / 14,7 %
Europäische Union / Europa124355479 / 11,1 %
Westdeutschland insgesamt75230305 / 7,1 %
Russland46150196 / 4,6 %
USA25152177 / 4,1 %
Asien sonstige3484118 / 2,7 %
Ukraine2786113 / 2,6 %
Naher/Mittlerer Osten sonstige316495 / 2,2 %
China114657 / 1,3 %
Iran213556 / 1,3 %
Israel54752 / 1,2 %
Afrika92635 / 0,8 %
Palästinensische Gebiete11011 / 0,3 %

Querschnittsmerkmale

Alle Werte sind feste Ja-Codes. Auch zitierte Kritik und Zustimmung zählen. Die Kategorie gibt nicht automatisch die Autorenposition wieder.

MerkmalJaAnteil
C01 – Enthält der Artikel explizite Kritik an einer Regierung?98322,8 %
C02 – Enthält der Artikel explizite Zustimmung zu einer Regierung oder deren Handeln?290,7 %
C03 – Enthält der Artikel explizite Kritik an einer Oppositionspartei?3578,3 %
C04 – Enthält der Artikel explizite Zustimmung zu einer Oppositionspartei oder deren Position?380,9 %
C05 – Enthält der Artikel explizite Kritik an staatlichen Institutionen?1.31230,5 %
C06 – Enthält der Artikel explizite Zustimmung zu staatlichen Institutionen oder deren Handeln?1623,8 %
C07 – Enthält der Artikel explizite Kritik an Medien oder journalistischer Berichterstattung?3187,4 %
C08 – Enthält der Artikel explizite Kritik an Unternehmen oder Wirtschaftsakteuren?3608,4 %
C09 – Enthält der Artikel explizite Kritik an NGOs, Verbänden oder anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen?1172,7 %
C10 – Enthält der Artikel explizite Zustimmung zu NGOs, Verbänden oder anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen?240,6 %
C11 – Werden mindestens zwei substanziell unterschiedliche Positionen zu einer Streitfrage dargestellt?1.81342,1 %
C12 – Wird Ostdeutschland als eigenständige politische, wirtschaftliche, historische oder gesellschaftliche Perspektive behandelt?67115,6 %
C13 – Werden Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland thematisiert?77217,9 %
C14 – Hinterfragt der Autor eine im Artikel dominante Position?79418,4 %
C15 – Enthält der Artikel eine erkennbare normative Bewertung durch den Autor?1.54535,9 %

Monatsverlauf

Februar bis September; Januar umfasst einen Artikel, Oktober nur den 1. bis 5. Oktober und wird hier nicht verglichen. Alle Prozentwerte sind Anteile fester Codes innerhalb des Monats.

MonatArtikelPolitik HauptgegenstandRegierungskritikMehrstimmigkeitOstperspektive
02.202616755,7 %26,9 %45,5 %25,1 %
03.202644049,8 %29,5 %46,4 %18,6 %
04.202641846,9 %28,5 %41,6 %17,0 %
05.202646038,3 %23,9 %38,0 %15,9 %
06.202653340,9 %21,8 %40,5 %13,9 %
07.202665438,5 %18,7 %38,7 %12,2 %
08.202667549,6 %20,9 %47,3 %16,9 %
09.202674654,0 %23,6 %46,6 %14,5 %

Stabilität in Teilmengen

TeilmengeArtikelRegierungskritikInstitutionenkritikMehrstimmigkeitOstperspektive
Alle4.30522,8 %30,5 %42,1 %15,6 %
Nur Nachrichten / Berichte2.88115,2 %20,3 %32,4 %6,6 %
Ohne Kommentar / Gastbeitrag3.92920,1 %26,9 %38,0 %13,2 %
Ohne fünf produktivste Einzelkennungen3.31020,8 %29,1 %40,0 %16,2 %

Einordnung und Grenze. Diese Varianten prüfen Stabilität innerhalb derselben KI-Codierung. Sie beheben keine systematischen Codierfehler und keine Verzerrung des Stichtagsbestands. Einzelkennungen können mögliche Mehrfachautoren oder Aliasnamen nicht zuverlässig auflösen.

Positionen und Streitfragen

13.564 extrahierte Positionen, anschließend in einen Katalog aus 52 benannten Streitfragen plus „sonstige“, „keine klare Streitfrage“ und „nicht bestimmbar“ eingeordnet. Eine Zeile ist eine Position, nicht ein Artikel und keine Aussage der Redaktion.

StreitfragePositionenArtikel
Regierungsbildung und parlamentarische Zusammenarbeit870254
Wahlkampf und politische Repräsentation610242
Politische Verantwortung und staatliche Transparenz536182
Sportpolitik und Sportbetrieb515174
Industriestandorte und Strukturwandel488174
Internationale Beziehungen und Völkerrecht440122
Polizei, Nachrichtendienste und Gefahrenabwehr413142
Russlandpolitik und Krieg gegen die Ukraine410141
Verkehrsinfrastruktur und Mobilitätsangebote395133
Kulturförderung und künstlerische Freiheit342135
Bundeswehr, Wehrdienst und Aufrüstung329102
Kriminalität, Strafrecht und Strafvollzug320126
Justiz und rechtsstaatliche Verfahren311104
Schulen und Unterricht31098
Journalismus und Medienvielfalt279101
Öffentliche Haushalte und Verschuldung271117
Medizinische Versorgung und Gesundheitswesen26976
Renten und soziale Sicherung26881
Energiepreise und Kraftstoffkosten26887
Ost-West-Unterschiede und ostdeutsche Identität263110
Natur-, Arten- und Tierschutz26181
Energieversorgung und Stromnetze25988
Bauplanung und Denkmalschutz25278
Asyl, Migration und Abschiebung252118
Meinungsfreiheit und öffentlicher Protest250103
Löhne, Arbeitszeit und Mitbestimmung242101
Gesellschaftlicher Zusammenhalt und politische Konflikte241131
Investitionen und Wirtschaftsförderung240125
Bürgerbeteiligung und Demokratieförderung237108
Rohstoffe, Wasser und Umweltbelastungen23766
Extremismusbewertung und Parteienverbote23196
Geschlecht, Familie und sexuelle Selbstbestimmung21883
Verwaltungsreform und Bürokratieabbau213100
Wahlrecht und Wahlprüfung19357
DDR-Vergangenheit und deutsche Einheit18687
Ausbau von Wind- und Solarenergie17346
Digitale Technologien und Datenschutz16863
Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion15460
Erinnerung an Nationalsozialismus und Krieg15253
Kommunalfinanzen und föderale Zuständigkeiten14977
Integration und Diskriminierung13560
Wohnraum und Mietpolitik13340
sonstige Streitfrage13175
Öffentlich-rechtlicher Rundfunk12444
Tourismus und Gastgewerbe11645
Klimaschutz und Klimaanpassung10856
Hochschulen und Wissenschaft10436
Automobilindustrie und Elektromobilität9135
EU-Politik und europäische Integration8242
Berufsausbildung und Fachkräftegewinnung8241
Aufarbeitung der Corona-Politik7931
Pflegeversorgung und Pflegeversicherung6721
Sorbische Sprache und Selbstbestimmung5611
nicht bestimmbar4122
Gegenposition zur PositionPositionenAnteil
nein5.64341,6 %
ausführlich4.17830,8 %
begrenzt2.81720,8 %
nur erwähnt8796,5 %
nicht bestimmbar470,3 %

Meinungsbeiträge und Gegenpositionen

Gegenposition laut M03BeiträgeAnteil (n = 376)
begrenzt25668,1 %
ausführlich4411,7 %
nein4010,6 %
nur erwähnt225,9 %
keine eindeutige Gegenposition vorhanden143,7 %

In 322 Beiträgen ist eine Gegenposition laut M03 vorhanden. Davon werden 165 laut M04 überwiegend abgewertet (51,2 %). In 33 weiteren Fällen wird M04 sachlich bewertet, obwohl M03 keine Gegenposition meldet. Dieser logische Widerspruch muss an den Originaltexten geprüft werden.

Einordnung und Grenze. Der ursprüngliche Bericht verwendete für „wo Gegenpositionen vorkommen“ den falschen Nenner von 376. Der korrigierte Anteil bleibt wegen der widersprüchlichen Codierungen vorläufig. Die Groborientierung M05 wird nicht als Beleg einer politischen Gesamtausrichtung verwendet.

Was geprüft wurde

Die vorhandene OAZ-Auswertung wurde mit dem Originalpaket vom 06.10.2026 abgeglichen. Artikel-IDs, Tabellenzeilenzahlen, Gattungen, Themen- und Bezugsraumzählungen, Ja-Codes, Parteiwerte und relevante Teilmengen wurden erneut ausgezählt. Die vertiefte Prüfung vom 07.10.2026 ergänzt die Kontrolle der Skalen und Rohantworten.

Zusätzlich zur Konsistenzprüfung fand eine menschliche Qualitätsprüfung statt: 37 Artikel wurden händisch codiert und ausgewertet. Eine zweite, unabhängig durchgeführte Analyse desselben Datensatzes bestätigte die zentralen Ergebnisse der ersten Auswertung. Die Originalvolltexte sind im bereitgestellten Exportpaket nicht enthalten.

Umfang des Bestands

4.350 Ausgangsfälle, 45 dokumentierte Ausschlüsse (28 ohne Text, 16 Werbung, 1 Dublette), 4.305 analysierte Datensätze. Es handelt sich um den veröffentlicht vorhandenen Online-Bestand mit OAZ-Redaktionszuordnung am 06.10.2026, 00:00 Uhr, nicht um alle jemals veröffentlichten Beiträge und nicht um einen Print-und-Online-Korpus. Die exportierten Datumswerte reichen vom 02.01. bis 05.10.2026.

Keine zusätzlichen Berliner-Zeitung-Daten wurden beigemischt. Die 4.305 Datensätze enthalten jedoch 29 EST-Inhaltstypen (27 est-regular, 2 est-fullscreen) innerhalb dieses OAZ-Bestands. Werden auch diese ausgeschlossen, wäre der Nenner 4.276 und alle Kennzahlen müssten neu berechnet werden.

Depublizierte Inhalte fehlen, darunter dokumentiert etwa 980 kurze Augusttexte. Ihre Merkmale und ihr Einfluss sind nicht überprüfbar. Trotz Werbeausschluss verbleiben 11 Einträge im Ressort Sponsored und 5 im Ticketshop. Das ist ein Bereinigungsbedarf, kein Nachweis eines vollständig redaktionellen Korpus.

Verfahren und menschliche Validierung

Ein Sprachmodell extrahiert Akteure, Positionen und Interviewfragen; Jev (jev-1.13.0, Codebook v1.1) codiert anschließend feste Antwortoptionen. Schon Auswahl, Paraphrase und Zuordnung in der Extraktion können interpretative Fehler erzeugen. Je Artikel werden höchstens zwölf Akteure extrahiert; 1.040 Artikel (24,2 %) erreichen genau diese Grenze.

Das Konzept dokumentiert einen technischen Probelauf mit 20 Artikeln. Ergänzend fand eine menschliche Qualitätsprüfung statt: 37 Artikel wurden händisch codiert und ausgewertet. Eine zweite, unabhängig durchgeführte Analyse desselben Datensatzes bestätigte die zentralen Ergebnisse der ersten Auswertung. Modellsicherheit bleibt keine gemessene Trefferwahrscheinlichkeit. Auf Grundlage der menschlichen Qualitätsprüfung und der unabhängigen Zweitanalyse sind die aggregierten Ergebnisse als Arbeitsstand belastbar.

Unsicherheit der Codes

VariableTop-Antwort p < 0,6UrteileAnteil
Alle Einzelurteile94.404551.76817,1 %
A03 Autorentonalität14.92834.81642,9 %
A05 Hinterfragen14.28334.81641,0 %
M05 Groborientierung22637660,1 %
I04 Interview-Gegenposition12415580,0 %

4.174 von 4.305 Artikeln haben mindestens eine solche Codierung (97,0 %). Die Konzentration der Unsicherheit bei Tonalität und Hinterfragen ist für politische Schlussfolgerungen wichtiger als der Gesamtmittelwert. Aggregation beseitigt systematische Fehler nicht.

Wie die Skalen zu lesen sind

Die Skalen sind aus den Verteilungen über Antwortoptionen berechnete Indizes. Bei A03 werden „ambivalent/gemischt“, „kommt vor, wird journalistisch nicht bewertet“ und „nicht bestimmbar“ ausgeschlossen; die verbleibende Masse wird neu normiert. Deshalb kann eine als „nicht bewertet“ codierte Akteurszeile dennoch einen deutlichen Skalenwert erhalten. A03 und A06 schließen unterschiedliche Antwortarten aus und sind nur eingeschränkt direkt vergleichbar.

A04 und A05 verwenden ebenfalls Exportskalen. Werte wie 40,3 oder 23,4 sind keine Prozentanteile an Redezeit oder geprüften Aussagen. Die Seite weist diese Größen als Indizes aus.

Die exportierten C-Skalen werden bei unbestimmbarer Restmasse auf Ja/Nein normiert und sind keine rohen p(Ja)-Werte. Für Artikelanteile und Monatsverläufe verwendet diese Fassung daher ausschließlich feste Ja-Codes.

Parteimittel beruhen in der Haupttabelle auf Akteurszeilen. Eine zuerst je Artikel und danach über Artikel gemittelte Auswertung ergibt andere Werte; die AfD-Nachrichtenzahl −6,7 im Begleitartikel gehört zu dieser alternativen Gewichtung. Der entsprechende Zeilenmittelwert beträgt −6,5.

Offene Qualitätsfragen

  • Themen: 33,1 % verletzen die Grenze von zwei Hauptthemen. Die Themenzählung bleibt ein Relevanzprofil.
  • Interviews: 16 Fälle ohne extrahierte Fragen und Gesprächspartner müssen als mögliche Gattungs- oder Extraktionsfehler geprüft werden.
  • Gegenpositionen: 33 Meinungsfälle verletzen die bedingte M04-Regel.
  • Herkunft: Agentur- und KI-Hinweise unterscheiden sich zwischen Korpusbericht und Export. „noIndex“ ist nur eine Näherung und beweist keine KI-Erstellung. Eine Auswertung „ohne Agentur/KI“ ist damit noch nicht belastbar.
  • Vergleich: Andere Publikationen und vergleichbare Nachrichtenanlässe fehlen. „Häufig im OAZ-Bestand“ bedeutet nicht „überdurchschnittlich im Medienvergleich“.

Quellen und nächste Prüfung

Faktische Grundlage: Originalpaket OAZ-Inhaltsanalyse_2026-10-06; Ergebnistabellen in 01_Ergebnisse, Methodik und Bilanzen in 02_Methodik, KI-Rohantworten in 03_Rohdaten. Ergänzend: vertiefter OAZ-Validierungsbericht vom 07.10.2026. Die Auswertungsseite enthält aggregierte Daten, keine Originalvolltexte und keinen öffentlich hinterlegten Rohdaten-Download.

Weitere Schritte sind die Bereinigung von Korpus und Auswertungsregeln, gezielte zusätzliche Qualitätskontrollen sowie Vergleiche nach Thema, Funktion, Monat und Gattung. Weitergehende politische Gesamtbehauptungen sollten auf überprüfte Textbelege gestützt werden.